Die Auswirkungen von Corona auf die Immobilienbranche

Stand 24.03.20

Die Corona-Pandemie und die verhängte Ausgangsbeschränkung betrifft zahllose Unternehmen, deren Angestellte und das Privatleben eines jeden Bürgers. Auch die Immobilienwirtschaft bleibt hiervon nicht verschont.  Doch wie genau wirkt Sie sich die aktuelle Situation auf die einzelnen Teilbereiche im Immobiliensektor aus? Unser Geschäftsführer, Dipl. Immobilienwirt (DIA) Hani Ibrahim klärt Sie darüber auf.

Auswirkungen auf den Wohnimmobilienmarkt

Um der Krise wirtschaftlich Herr zu werden, haben zahllose Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, was für jeden Einzelnen eine starke wirtschaftliche Belastung darstellt.  Gerade in Ballungsräumen stieg die Wohnraummiete in der vergangenen Dekade drastisch an und bringt nun, durch die Kombination der erhöhten Ausgaben und der ausbleibenden Einnahmen, viele Mieter in Zahlungsschwierigkeiten.

Um dem entgegenzuwirken, beschloss die Bundesregierung im Rahmen des Gesetzesentwurfes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie ordentliche und außerordentliche Kündigungen aufgrund von Zahlungsverzug bis zum 30.06.2020 auszusetzen. Allerdings muss nachgewiesen werden, dass dieser wegen den Auswirkungen der Corona-Epidemie zustande kam.  Klargestellt sei, dass diese Regelung nicht von der Nachzahlung der Miete befreit.  In diesem Fall sollten Mieter und Vermieter eine Ratenzahlungsvereinbarung treffen, da auch nach Ende dieser Ausnahmesituation in einigen Fällen die fehlende Miete nicht auf einen Schlag gezahlt werden kann. Spätestens muss der Zahlungsrückstand bis zum 30.06.2022 wieder beglichen worden sein.

Kurzfristig müssen Vermieter mit Umsatzeinbußen rechnen, jedoch wird die Krise langfristig betrachtet keine großen Auswirkungen auf den Marktbereich haben.

Auswirkungen auf den Gewerbeimmobilienmarkt

Viele Unternehmen arbeiten auf Sparflamme, der Gastronomiebereich und Einzelhandel müssen  komplett schließen. Die Auswirkungen in diesem Marktsegment  sind drastischer. Schon jetzt melden erste Firmen Insolvenz an. Beispielsweise stellte die Restaurantkette Maredo einen Insolvenzantrag aufgrund der momentanen Krise. Je länger die Ausgangsbeschränkungen gelten, desto höher werden die Einbußen. Um auch hier einen kleinen Dämpfer einzubauen, finden die Beschlüsse des Bundes auch im Gewerbeimmobilienbereich Anwendung. Hier gilt der gleiche Kündigungsschutz.  Trotzdem werden einige auch nach überstandener Pandemie nicht den üblichen Geschäftsbetrieb weiterführen können. Sind die finanziellen Reserven verbraucht, entschließen sich einige zur Verkleinerung oder gar zur Geschäftsaufgabe. Eine Vermietung im Gewerbebereich, die auch gerne mal 12 Monate benötigt um einen Nachmieter zu finden, wird mittelfristig zu Umsatzeinbußen führen. Besonders hart wird der Schlag Immobilienunternehmen treffen, die ihr Geschäftsmodell auf den Ankauf und Vermietung von Retailimmobilien aufgebaut haben.

Die Entwicklung in diesem Bereich ist stark von der Dauer der staatlichen Beschränkungen abhängig. Die Hilfspakete sind sicherlich eine kleine Hilfe, bieten aber Gewerbetreibenden nur eine kurze Überbrückungszeit. Die Auswirkungen dürften daher um einiges drastischer ausfallen als im Wohnbereich.

Auswirkungen für Immobilienmaklerunternehmen und Interessenten

Auch in diesem Bereich zeigt die Krise Auswirkungen. Jedoch fallen diese nicht zu schwerwiegend aus. Wer eine Wohnung sucht, darf weiter besichtigen, allerdings nur, wenn dies notwendig ist. Das ist beispielweise der Fall, wenn das bestehende Mietverhältnis bereits gekündigt wurde oder wenn der Umzug beruflich notwendig ist. Massenbesichtigungen sind in jedem Fall tabu, Einzelbesichtigungen jedoch möglich.

Obwohl ebenfalls eingeschränkt, können auch Besichtigungen beim Ankauf einer Immobilie stattfinden. Fallen beispielsweise bereits Darlehenskosten wie ein Bereitstellungszins an, ist eine Besichtigung durchaus gerechtfertigt.

Auch Notartermine können weiter stattfinden. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, werden allerdings nur noch Personen empfangen, die für die Vertragsunterzeichnung notwendig sind.

Insgesamt kann es für Makler und Interessenten zu Verzögerungen kommen, jedoch geht es in diesem Segment mit wenigen Einschränkungen weiter.

Fazit

Der Immobilienmarkt ist träge, was ihm gerade in Krisenzeiten zugutekommt. Preisstürze sind erstmal nicht zu erwarten. Aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB sind Immobilienkredite nach wie vor günstig. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird durch die Corona-Pandemie diese Politik auch weitergeführt, da hiermit auch Unternehmen die Möglichkeiten gegeben wird sich wieder zu erholen. Je länger die staatlichen Beschränkungen gelten, desto mehr Einfluss haben diese auf den Immobilienmarkt, gerade in der gewerblichen Vermietung. Weitestgehend wird der Immobilienmarkt jedoch stabil bleiben.

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