Ein erstes Resümee: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf den Wohnimmobilienmarkt?

Der Markt entwickelt sich, wie von uns prognostiziert, was der Artikel aus der aktuellen AIZ bestätigt. Ein paar Monate nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie analysiert eine aktuelle Untersuchung des IVD die Auswirkungen der Corona-Krise auf den deutschen Wohnungsmarkt. Wir möchten euch einen kurzen Überblick geben.

 

Auswirkungen auf den Mietwohnungsmarkt

Den Ergebnissen der IVD-Analyse nach, wird die Corona-Pandemie keine starken Auswirkungen auf die Preisentwicklung von Wohnungsmieten haben. Bereits vor der Krise hatte sich der Anstieg bei den Mietpreisen verlangsamt. 2018 stiegen die Mietpreise für Bestandswohnungen im Durchschnitt um 3,7 Prozent, 2019 um 3,1 Prozent. Für 2020 wird nur noch eine Preissteigerung von 2,5 bis 3 Prozent (und damit leicht über dem Inflationsniveau) erwartet.
Auch die Nachfrage nach Mietwohnung wird vor allem in den Großstädten weiterhin hoch bleiben. Aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen finanziellen Einbußen werden vor allem Mietwohnungen im unteren und mittleren Preissegment verstärkt nachgefragt und Umzüge in größere und teurere Wohnungen vertagt. Insgesamt wird die Fluktuation auf dem Mietmarkt weiter nachlassen.
Beim Gewerbemietmarkt kam es bereits zu deutlichen Mietausfällen, und auch auf dem Wohnungsmietmarkt wird es in den kommenden Monaten, aufgrund von Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten, vermehrt zu Mietausfällen kommen. Momentan rechnet der IVD mit einem Anstieg von ehemals unter einem Prozent auf 4 bis 5 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2020. Wie stark die Auswirkungen sein werden, kommt natürlich auf die weitere Konjunkturentwicklung und die Dauer des Lockdowns an.

 

Auswirkungen auf den Wohnimmobilienmarkt

Der Preisanstieg für Wohnungseigentum wird durch die Corona-Pandemie zwar etwas gedämpft, mit einem Preiseinsturz ist jedoch nicht zu rechnen. Bestandseigentumswohnungen mit mittlerer Ausstattung werden im Jahr 2020 um 4 bis 5 Prozent steigen, während sie im Jahr 2018 im bundesweiten Durchschnitt noch um 9,4 Prozent  und im Jahr 2019 um 8,3 Prozent stiegen. Bei Eigentumswohnungen mit sehr guter Ausstattung könnte es aufgrund der finanziellen Einbußen zu weniger Nachfrage und damit zu einer geringeren Preissteigerung kommen. Doch auch, wie bei den Mietwohnungen, übersteigt die Nachfrage bei Eigentumswohnungen weiterhin das Angebot. Käufer, die womöglich wegen Einkommenseinbußen wegfallen, werden durch Käufer ersetzt, die ihr Geld sicher in Immobilien anlegen wollen.
Einen starken Einfluss hat die Krise auf das Transaktionsvolumen von Immobilien. Viele Entscheidungen werden vertagt, sodass es weniger Wohnungen angeboten und gekauft werden. Der IVD rechnet mit einer Einbuße von 25 bis 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wann sich das Kaufgeschehen wieder normalisiert, hängt von der Schwere der Rezession und dem Ausmaß der Lockerungen ab.

 

Quelle: Moderate Preisanstiege für 2020 erwartet, AIZ Das Immobilienmagazin, 6/2020, S.16 ff.

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